LK Burgenland: Frisches Gemüse mit regionaler Herkunft
Tag des frischen Gemüses: Rund zehn Prozent der österreichischen Gemüseernte stammen aus dem Burgenland
Gemüse ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und liefert wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Die Österreicherinnen und Österreicher konsumierten laut Statistik Austria im vergangenen Jahr rund 117 Kilogramm Gemüse pro Kopf. Umso wichtiger ist es, auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten und bewusst zu regionalen Produkten zu greifen. „Insgesamt werden im Burgenland jährlich rund 62.000 Tonnen Gemüse geerntet, das entspricht knapp zehn Prozent der österreichischen Gemüseproduktion. Der Tag des frischen Gemüses am 16. Juni soll die Bedeutung unseres frischen und regionalen Gemüses hervorheben und die Konsumenteninnen und Konsumenten anregen, verstärkt auf die Herkunft beim Einkauf zu achten. Denn wer regionales Gemüse kauft, erhält frische Qualität, stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe und sichert Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Region“, betont LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Patrick Haider, Geschäftsführer der Perlinger Gemüse GmbH in Wallern.
Das Burgenland zählt zu den bedeutenden Gemüseanbaugebieten Österreichs. Die Gemüseproduktionsfläche umfasst rund 1.500 Hektar, davon etwa 840 Hektar biologisch bewirtschaftet. Weitere 125 Hektar entfallen auf den geschützten Anbau, davon rund 23 Hektar Bio. Zu den flächenmäßig bedeutendsten Kulturen zählen Knoblauch und Zwiebeln mit rund 305 Hektar und einem Ertrag von etwa 8.000 Tonnen. Auf rund 126 Hektar werden Karotten, Pastinaken und Wurzelpetersilie angebaut, die zusammen etwa 5.550 Tonnen Ertrag liefern. Weitere wichtige Kulturen sind Paprika mit rund 80 Hektar und 6.530 Tonnen, Salate auf etwa 120 Hektar mit 3.500 Tonnen sowie Zuckermais auf rund 120 Hektar mit 2.300 Tonnen Ertrag. Besonders hervorzuheben ist der Paradeiseranbau: Auf lediglich rund 60 Hektar werden beeindruckende 18.000 Tonnen geerntet und damit die hohe Leistungsfähigkeit der burgenländischen Gemüseproduktion unterstrichen. „Unsere Gemüsebäuerinnen und Gemüsebauern produzieren Lebensmittel von höchster Qualität und Frische. Die kurzen Transportwege und regionalen Lieferketten sorgen dafür, dass die Produkte rasch vom Feld in den Handel gelangen. Die heimische Gemüseproduktion erfolgt überwiegend für den Frischmarkt. Nahezu die gesamte Produktion erfolgt nach den Vorgaben des AMA-Gütesiegels, wobei die Landwirtschaftskammer Burgenland die Betriebe durch Beratung und Weiterbildung unterstützt. Dadurch können Qualitätsstandards gesichert und Herausforderungen frühzeitig erkannt werden“, betont LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich.
Perlinger Gemüse: Vom Familienbetrieb zum führenden Gemüsehändler Österreichs
„Unsere Produkte legen nur kurze Wege vom Feld bis in den Handel zurück. Das garantiert Frische und höchste Qualität. Regionales Gemüse bedeutet Transparenz und Vertrauen – die Konsumentinnen und Konsumenten können nachvollziehen, wo ihre Lebensmittel produziert werden. Der Tag des frischen Gemüses soll deshalb dazu motivieren, bewusst zu heimischen Produkten zu greifen und auf die Herkunft zu achten“, sagt Patrick Haider, Geschäftsführer der Perlinger Gemüse GmbH, der in zweiter Generation den Familienbetrieb führt. Für Patrick Haider stand schon früh fest, dass er einmal im Betrieb seines Vaters, Werner Perlinger, mitarbeiten will. Angefangen mit zwei Hektar Ackerfläche und zehn Folienhäusern, ist der Familienbetrieb – auch seine Brüder und seine Mutter arbeiten mit – in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Heute zählt Perlinger Gemüse zu einem der größten Handelsbetriebe mit österreichischer Ware und zum größten Gemüseproduzenten Österreichs und arbeitet mit rund 60 regionalen Lieferbetrieben zusammen. 98 Prozent der produzierten Ware wie Paprika, Paradeiser, Gurken, Jungzwiebel, Pfefferoni, Radieschen, Salat und Kürbis werden in Österreich vermarktet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung mit frischem Gemüse.
Hohe Energiepreise, fehlender Pflanzenschutz und mangelnde Arbeitskräfte
Doch die Gemüsebaubetriebe stehen – wie viele andere landwirtschaftliche Betriebe – vor erheblichen Herausforderungen. Zunehmende Bürokratie, steigende Produktionskosten, schwierige Rahmenbedingungen beim Pflanzenschutz sowie die angespannte Arbeitskräftesituation erschweren die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion. Auch die Energieversorgung spielt eine zentrale Rolle: Bewässerungssysteme und beheizte Gewächshäuser verursachen hohe Kosten, insbesondere aufgrund steigender Treibstoff- und Energiepreise, sowie die CO₂-Abgabe. „Die heimische Gemüseproduktion steht im internationalen Wettbewerb unter enormem Druck. Während unsere Betriebe höchste Qualitäts- und Umweltstandards erfüllen müssen, gelangen gleichzeitig Produkte aus dem Ausland auf den Markt, die unter niedrigeren Rahmenbedingungen erzeugt wurden. Deshalb braucht es faire Wettbewerbsbedingungen und ein klares Bekenntnis zur regionalen Produktion“, so Berlakovich.
Auch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor. Saisonarbeitskräfte sind für viele Gemüsebaubetriebe unverzichtbar. Gleichzeitig belasten hohe Lohnnebenkosten die Betriebe und verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Nachbarländern. „Von den rund 700 Mitarbeitern am Standort in Wallern sind zirka zwei Drittel ganzjährig und ein Drittel als Saisonarbeitskräfte tätig. Aber vor allem das Kontingent der Arbeitskräfte aus Drittstaaten muss dringend erhöht werden. Sonst schaut es in Zukunft problematisch aus“, erklärt der 35-jährige Geschäftsführer, der zwar Unterkünfte für seine ausländischen Angestellten zur Verfügung stellt, aber aufgrund der Nähe zu Ungarn, auch viele Tagespendler angestellt hat.
Ein weiteres Problem stellt die Pflanzenschutzsituation dar. Der Wegfall wichtiger Wirkstoffe und fehlende Zulassungen für zahlreiche Gemüsekulturen führen zu Produktionsrisiken und Wettbewerbsnachteilen gegenüber Importware. „Perlinger Gemüse setzt seit Jahren – wo es geht – auf biologische Methoden und bekämpft Schädlinge gezielt mit Nützlingen. Aber bei gewissen Kulturen braucht es Pflanzenschutzmittel, sonst können diese nicht regional erzeugt werden und werden aus dem Ausland importiert, welche mit Wirkstoffen behandelt werden, die in Österreich verboten sind“, so Haider. „Dieser Umstand schafft einen großen Wettbewerbsnachteil für die heimischen Produzenten. Daher fordern wir praxistaugliche Lösungen, um die heimische Produktion mit Lebensmitteln langfristig abzusichern“, ergänzt Berlakovich.
Mit Innovationen ressourcenschonend produzieren
Dennoch blickt die Branche auch nach vorne und setzt auf Innovationen. So werden im Feldgemüsebau wassersparende Bewässerungssysteme mit Tropfschläuchen und solarbetriebenen Wasserpumpen getestet. Diese Technologien reduzieren den Wasserverbrauch und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß. Mittels Geothermie wird unser Gewächshaus in Oberösterreich beheizt. „Mit einer der größten Photovoltaik-Anlagen im Burgenland, produzieren wir seit kurzem mehr als die Hälfte unseres Strombedarfs selbst. Unser Ziel ist es, wirtschaftlichen Erfolg und ressourcenschonende Produktion miteinander zu verbinden,“ hebt der gelernte Gartenbaumeister Haider hervor.
LK Burgenland-Präsident Berlakovich abschließend: „Regionale Wertschöpfung beginnt mit der Kaufentscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten. Wer bewusst zu österreichischem Gemüse greift und auf die Herkunft achtet, unterstützt unsere Produzenten und sichert die Versorgung mit frischen Lebensmitteln aus der Region. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass heimisches Gemüse auch künftig seinen festen Platz auf unseren Tellern hat.“ (Schluss)
Das Burgenland zählt zu den bedeutenden Gemüseanbaugebieten Österreichs. Die Gemüseproduktionsfläche umfasst rund 1.500 Hektar, davon etwa 840 Hektar biologisch bewirtschaftet. Weitere 125 Hektar entfallen auf den geschützten Anbau, davon rund 23 Hektar Bio. Zu den flächenmäßig bedeutendsten Kulturen zählen Knoblauch und Zwiebeln mit rund 305 Hektar und einem Ertrag von etwa 8.000 Tonnen. Auf rund 126 Hektar werden Karotten, Pastinaken und Wurzelpetersilie angebaut, die zusammen etwa 5.550 Tonnen Ertrag liefern. Weitere wichtige Kulturen sind Paprika mit rund 80 Hektar und 6.530 Tonnen, Salate auf etwa 120 Hektar mit 3.500 Tonnen sowie Zuckermais auf rund 120 Hektar mit 2.300 Tonnen Ertrag. Besonders hervorzuheben ist der Paradeiseranbau: Auf lediglich rund 60 Hektar werden beeindruckende 18.000 Tonnen geerntet und damit die hohe Leistungsfähigkeit der burgenländischen Gemüseproduktion unterstrichen. „Unsere Gemüsebäuerinnen und Gemüsebauern produzieren Lebensmittel von höchster Qualität und Frische. Die kurzen Transportwege und regionalen Lieferketten sorgen dafür, dass die Produkte rasch vom Feld in den Handel gelangen. Die heimische Gemüseproduktion erfolgt überwiegend für den Frischmarkt. Nahezu die gesamte Produktion erfolgt nach den Vorgaben des AMA-Gütesiegels, wobei die Landwirtschaftskammer Burgenland die Betriebe durch Beratung und Weiterbildung unterstützt. Dadurch können Qualitätsstandards gesichert und Herausforderungen frühzeitig erkannt werden“, betont LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich.
Perlinger Gemüse: Vom Familienbetrieb zum führenden Gemüsehändler Österreichs
„Unsere Produkte legen nur kurze Wege vom Feld bis in den Handel zurück. Das garantiert Frische und höchste Qualität. Regionales Gemüse bedeutet Transparenz und Vertrauen – die Konsumentinnen und Konsumenten können nachvollziehen, wo ihre Lebensmittel produziert werden. Der Tag des frischen Gemüses soll deshalb dazu motivieren, bewusst zu heimischen Produkten zu greifen und auf die Herkunft zu achten“, sagt Patrick Haider, Geschäftsführer der Perlinger Gemüse GmbH, der in zweiter Generation den Familienbetrieb führt. Für Patrick Haider stand schon früh fest, dass er einmal im Betrieb seines Vaters, Werner Perlinger, mitarbeiten will. Angefangen mit zwei Hektar Ackerfläche und zehn Folienhäusern, ist der Familienbetrieb – auch seine Brüder und seine Mutter arbeiten mit – in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Heute zählt Perlinger Gemüse zu einem der größten Handelsbetriebe mit österreichischer Ware und zum größten Gemüseproduzenten Österreichs und arbeitet mit rund 60 regionalen Lieferbetrieben zusammen. 98 Prozent der produzierten Ware wie Paprika, Paradeiser, Gurken, Jungzwiebel, Pfefferoni, Radieschen, Salat und Kürbis werden in Österreich vermarktet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung mit frischem Gemüse.
Hohe Energiepreise, fehlender Pflanzenschutz und mangelnde Arbeitskräfte
Doch die Gemüsebaubetriebe stehen – wie viele andere landwirtschaftliche Betriebe – vor erheblichen Herausforderungen. Zunehmende Bürokratie, steigende Produktionskosten, schwierige Rahmenbedingungen beim Pflanzenschutz sowie die angespannte Arbeitskräftesituation erschweren die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion. Auch die Energieversorgung spielt eine zentrale Rolle: Bewässerungssysteme und beheizte Gewächshäuser verursachen hohe Kosten, insbesondere aufgrund steigender Treibstoff- und Energiepreise, sowie die CO₂-Abgabe. „Die heimische Gemüseproduktion steht im internationalen Wettbewerb unter enormem Druck. Während unsere Betriebe höchste Qualitäts- und Umweltstandards erfüllen müssen, gelangen gleichzeitig Produkte aus dem Ausland auf den Markt, die unter niedrigeren Rahmenbedingungen erzeugt wurden. Deshalb braucht es faire Wettbewerbsbedingungen und ein klares Bekenntnis zur regionalen Produktion“, so Berlakovich.
Auch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor. Saisonarbeitskräfte sind für viele Gemüsebaubetriebe unverzichtbar. Gleichzeitig belasten hohe Lohnnebenkosten die Betriebe und verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Nachbarländern. „Von den rund 700 Mitarbeitern am Standort in Wallern sind zirka zwei Drittel ganzjährig und ein Drittel als Saisonarbeitskräfte tätig. Aber vor allem das Kontingent der Arbeitskräfte aus Drittstaaten muss dringend erhöht werden. Sonst schaut es in Zukunft problematisch aus“, erklärt der 35-jährige Geschäftsführer, der zwar Unterkünfte für seine ausländischen Angestellten zur Verfügung stellt, aber aufgrund der Nähe zu Ungarn, auch viele Tagespendler angestellt hat.
Ein weiteres Problem stellt die Pflanzenschutzsituation dar. Der Wegfall wichtiger Wirkstoffe und fehlende Zulassungen für zahlreiche Gemüsekulturen führen zu Produktionsrisiken und Wettbewerbsnachteilen gegenüber Importware. „Perlinger Gemüse setzt seit Jahren – wo es geht – auf biologische Methoden und bekämpft Schädlinge gezielt mit Nützlingen. Aber bei gewissen Kulturen braucht es Pflanzenschutzmittel, sonst können diese nicht regional erzeugt werden und werden aus dem Ausland importiert, welche mit Wirkstoffen behandelt werden, die in Österreich verboten sind“, so Haider. „Dieser Umstand schafft einen großen Wettbewerbsnachteil für die heimischen Produzenten. Daher fordern wir praxistaugliche Lösungen, um die heimische Produktion mit Lebensmitteln langfristig abzusichern“, ergänzt Berlakovich.
Mit Innovationen ressourcenschonend produzieren
Dennoch blickt die Branche auch nach vorne und setzt auf Innovationen. So werden im Feldgemüsebau wassersparende Bewässerungssysteme mit Tropfschläuchen und solarbetriebenen Wasserpumpen getestet. Diese Technologien reduzieren den Wasserverbrauch und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß. Mittels Geothermie wird unser Gewächshaus in Oberösterreich beheizt. „Mit einer der größten Photovoltaik-Anlagen im Burgenland, produzieren wir seit kurzem mehr als die Hälfte unseres Strombedarfs selbst. Unser Ziel ist es, wirtschaftlichen Erfolg und ressourcenschonende Produktion miteinander zu verbinden,“ hebt der gelernte Gartenbaumeister Haider hervor.
LK Burgenland-Präsident Berlakovich abschließend: „Regionale Wertschöpfung beginnt mit der Kaufentscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten. Wer bewusst zu österreichischem Gemüse greift und auf die Herkunft achtet, unterstützt unsere Produzenten und sichert die Versorgung mit frischen Lebensmitteln aus der Region. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass heimisches Gemüse auch künftig seinen festen Platz auf unseren Tellern hat.“ (Schluss)
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